Aufstellungen für andere Perspektiven

Manche Konflikte lassen sich nicht durch Gespräche lösen – weil die eigentlichen Dynamiken unterhalb der Sprache wirken. Systemaufstellungen machen sichtbar, was in Organigrammen und Protokollen unsichtbar bleibt: Loyalitäten, Ausschlüsse, Verstrickungen. Wir stellen Ihnen vor, wie diese Methode in Supervision und Coaching eingesetzt wird und was sie leistet.

Organisationsaufstellungen: Verstehen von Teamdynamiken

Eine Form der Aufstellung sind Organisationsaufstellungen. Diese Methode wird oft in Unternehmen eingesetzt, um Teamdynamiken zu verstehen und zu verbessern.

In einer Organisationsaufstellung werden die verschiedenen Rollen innerhalb eines Teams oder einer Organisation durch Stellvertreter:innen repräsentiert. Durch diese Visualisierung können die Beziehungen und Dynamiken innerhalb des Teams oder der Organisation sichtbar gemacht und besser verstanden werden.

Es kann dabei um Konflikte zwischen einzelnen Teammitgliedern, aber auch um die Dynamik des gesamten Teams gehen. Auch hier geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um das Verstehen und Verbessern der Teamdynamik.

Organisationsaufstellungen können dabei helfen, verborgene Konflikte aufzudecken, die Kommunikation im Team zu verbessern und somit die Effektivität des Teams zu steigern.

Strukturaufstellungen: Visualisierung abstrakter Konzepte

Eine weitere Form der Aufstellung sind Strukturaufstellungen. Dabei werden abstrakte Konzepte oder Systeme visualisiert, um ihre Struktur und Dynamik besser zu verstehen.

Das kann zum Beispiel ein Projekt, ein Prozess oder auch ein Gesellschaftssystem sein. Durch die Visualisierung können Zusammenhänge und Dynamiken sichtbar und verständlich gemacht werden, die sonst vielleicht verborgen geblieben wären.

Strukturaufstellungen können dabei helfen, komplexe Systeme besser zu verstehen und somit effektiver zu gestalten und zu steuern.

Systemaufstellungen: Verstehen komplexer Systeme und Prozesse

Die dritte Form der Aufstellungen, die ich Ihnen vorstellen möchte, sind Systemaufstellungen. Sie werden verwendet, um komplexe Systeme oder Prozesse zu visualisieren und zu verstehen.

Ein System kann dabei ein Unternehmen, eine Organisation, ein gesellschaftliches System, aber auch ein ökologisches System sein. Durch die Visualisierung können die Beziehungen und Dynamiken innerhalb des Systems sichtbar gemacht und besser verstanden werden.

Systemaufstellungen können dabei helfen, komplexe Systeme besser zu verstehen und somit effektiver zu gestalten und zu steuern. Wenn Sie das Thema interessiert finden Sie zum Beispiel bei Wikipedia weitere Informationen.

Familienaufstellungen: Einblick in familiäre Dynamiken

Mit den Familienaufstellungen, einer Methode, die ursprünglich von Bert Hellinger entwickelt wurde. Dabei werden familiäre Beziehungen und Dynamiken betrachtet, um Konflikte zu lösen oder das Verständnis innerhalb der Familie zu verbessern. Es geht nicht darum, Schuldige zu finden, sondern vielmehr darum, die Beziehungen innerhalb der Familie und die damit verbundenen Dynamiken zu erkennen und zu verstehen.

Es kann dabei um Konflikte zwischen Eltern und Kindern, Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern gehen. Aber auch Verhaltensmuster, die sich über Generationen hinweg in einer Familie wiederholen, können durch eine Familienaufstellung sichtbar gemacht werden.

Mit Hilfe von Stellvertreter:innen, die die verschiedenen Familienmitglieder repräsentieren, wird die familiäre Situation nachgestellt und visualisiert. Durch diese Visualisierung können bisher unbewusste Muster und Dynamiken sichtbar und verständlich gemacht werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass es bei Familienaufstellungen nicht um Therapie, sondern um das Verstehen und Lösen von Konflikten und das Verbessern der Beziehungen innerhalb der Familie geht.

Systemaufstellungen sind kein Allheilmittel, aber sie öffnen Türen, die andere Methoden verschlossen lassen. Sie ermöglichen einen körperlich spürbaren Zugang zu Systemdynamiken und schaffen oft in kurzer Zeit tiefe Einsichten. Besonders in Fragen der Organisations- und Teamentwicklung sowie der Konfliktklärung hat sich diese Methode bewährt.

Wann eine Aufstellung sinnvoll ist

Nicht jedes Anliegen eignet sich für eine Aufstellung. Die Methode entfaltet ihre Wirkung vor allem dann, wenn ein Konflikt oder eine Dynamik im Gespräch immer wieder gleich beschrieben wird, ohne dass sich dadurch etwas verändert – wenn also die reine Analyse an eine Grenze stößt. Ein Team, das seit Monaten über dieselbe Spannung spricht, ohne einen Ausweg zu finden, profitiert oft mehr von einer Aufstellung als von einem weiteren klärenden Gespräch, weil die Methode einen anderen Zugang zur Dynamik eröffnet als das reine Reden darüber.

Ebenso wichtig ist die Frage, wer an der Aufstellung teilnimmt. Eine Organisationsaufstellung kann mit dem tatsächlich betroffenen Team stattfinden oder mit Stellvertreter:innen, die keine eigene Verbindung zum Anliegen haben. Beides hat Vorteile: Das reale Team bringt sein eigenes Wissen ein, Stellvertreter:innen dagegen sind unvoreingenommener und nehmen Dynamiken manchmal klarer wahr, weil sie nicht selbst in der Situation stecken. Welche Variante passt, klären wir vorab gemeinsam mit dem Anliegen.

Systemaufstellungen setzen wir als Teil unserer Beratungsarbeit in Supervision und Coaching ein – mehr dazu im Kennenlerngespräch.

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