„Ich wollte helfen – aber irgendwann wusste ich nicht mehr, wo ich aufhöre und die Aufgabe anfängt." Wer ehrenamtlich engagiert ist, kennt dieses Gefühl.

Ehrenamtliches Engagement lebt von Herzblut und persönlichem Einsatz. Genau darin liegt seine Stärke – und zugleich seine größte Herausforderung. Wer dauerhaft wirksam helfen will, braucht mehr als guten Willen: Er braucht klare Grenzen, die Fähigkeit, Nein zu sagen, und einen bewussten Umgang mit den typischen Stolpersteinen, die im Helferverhältnis entstehen.

Dieses Seminar vermittelt in kompakter Form, was es braucht, um im Ehrenamt präsent, verlässlich und dabei sich selbst treu zu bleiben.

Format
Halbtagesseminar
Umfang
ca. 3 Stunden (2 Blöcke)
Durchführung
Inhouse oder in unserer Praxis
Zielgruppe
Ehrenamtliche Helfer*innen

Worum geht es?

Ehrenamtliche Helfer*innen stehen häufig vor ähnlichen Herausforderungen: Sie werden zwischen verschiedenen Parteien eingespannt, spüren einen Sog, mehr zu übernehmen als vorgesehen, oder fühlen sich schuldig, wenn sie Grenzen setzen. Hinzu kommt der Umgang mit Absagen, unerwarteten Planänderungen und dem Erleben, dass die eigene Hilfe manchmal nicht angenommen oder gewürdigt wird.

Das Seminar benennt diese Muster beim Namen und gibt Werkzeuge an die Hand, die unmittelbar im Alltag anwendbar sind – ohne Fachwissen vorauszusetzen, ohne den persönlichen Einsatz kleinzureden.

Inhalte des Seminars

  • Das Handwerk der Grenze – Wie setze ich Grenzen, ohne das Gegenüber vor den Kopf zu stoßen? Methoden wie Bedenkzeit kaufen, das Teil-Nein und das Gegenangebot als konkrete Techniken für den Alltag.
  • Die Nein-Werkstatt – Praktische Übungen zum Ablehnen: von der kaputten Schallplatte über die Sandwich-Methode bis zur Körpersprache – Grenzen nicht nur denken, sondern auch spürbar machen.
  • Stolpersteine im Helferverhältnis – Typische Fallen erkennen: Triangulation (zwischen den Stühlen sitzen), Parentifizierung (Verantwortung übernehmen, die nicht die eigene ist) und Loyalitätsfallen (wenn Treue zur Last wird).
  • Umgang mit Absagen und Planänderungen – Wie bleibe ich gelassen, wenn Pläne nicht aufgehen und die eigene Hilfe nicht gewünscht ist oder verändert werden muss?
  • Ambiguitätstoleranz – Aushalten, was sich nicht eindeutig lösen lässt: der Umgang mit Unsicherheit, Widersprüchen und offenen Fragen im ehrenamtlichen Kontext.
  • Ressourcenorientierung und Stärken – Was hält mich langfristig handlungsfähig? Ein Blick auf eigene Charakterstärken und das, was Engagement sinnvoll und tragfähig macht.
  • Das Sicherheitsnetz – Wie entsteht eine Fehlerkultur im ehrenamtlichen Kontext, in der Fehler benannt werden dürfen, ohne Vertrauen zu beschädigen?

Methoden und Arbeitsweise

Das Seminar wechselt zwischen kurzen, praxisnahen Impulsen und aktiven Übungsphasen. Rollenwechsel und praktische Übungen ermöglichen es, das Gelernte direkt auszuprobieren und auf die eigene Situation zu übertragen. Reflexionsphasen in der Gruppe ergänzen die Einzelarbeit. Fachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt – alle Inhalte werden allgemeinverständlich aufbereitet.

Für wen ist dieses Seminar geeignet?

Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren – ob in der Flüchtlingshilfe, in sozialen Projekten, in Vereinen, in der Nachbarschaftshilfe oder in anderen freiwilligen Kontexten. Es eignet sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen, die gemeinsam reflektieren möchten, wie sie ihr Engagement dauerhaft gut gestalten können.

Das Seminar wird als Inhouse-Veranstaltung direkt bei Ihrer Organisation durchgeführt oder – nach Absprache – in unserer Berliner Praxis.

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