Ein Team der Eingliederungshilfe in Berlin-Pankow arbeitet unter anderen Bedingungen als ein Kollegium in der Psychiatrie oder ein Betriebsrat in einem mittelständischen Unternehmen. Die Fachlichkeit unterscheidet sich, die Belastungen unterscheiden sich, und auch das, was Supervision in diesem konkreten Feld leisten muss, unterscheidet sich. Ein allgemeines Verständnis von Supervision reicht nicht aus, wenn ein Team eine sehr spezifische Praxis hat.

In der Eingliederungshilfe etwa bewegen sich Fachkräfte täglich zwischen Nähe und Distanz, Fürsorge und Selbstbestimmung – Assistenz und Pflege verlangen eine Nähe, die anderswo unüblich wäre. In der Psychiatrie arbeiten multiprofessionelle Teams nah an existenziellen Krisen, mit Zwangsmaßnahmen und Suizidalität als Teil des Alltags. In der Geflüchtetenarbeit begleiten Fachkräfte fremdes Leid, das sie nicht lösen können, häufig mit eigener Fluchterfahrung im Team. Schule als Beziehungsberuf stellt wieder andere Anforderungen an Lehrkräfte und Schulleitungen. Betriebsräte vermitteln zwischen Belegschaft und Geschäftsführung, ohne selbst zwischen die Fronten zu geraten. Und Führungskräfte in der Sozialwirtschaft führen häufig aus Überzeugung – mit eigenen Stärken und eigenen Fallstricken.

Die Beiträge in diesem Themenbereich beschreiben, wie sich Supervision und Coaching an die Bedingungen dieser einzelnen Arbeitsfelder anpassen. Sie sind aus der praktischen Arbeit mit Berliner Trägern und Einrichtungen entstanden, deren fachlicher Schwerpunkt bei kantaa in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung liegt – die beschriebenen Dynamiken lassen sich aber auf vergleichbare Einrichtungen in ganz Deutschland übertragen.

Relevant ist dieser Themenbereich für Fachkräfte und Leitungen, die in einem dieser konkreten Felder arbeiten und wissen wollen, worauf es dort speziell ankommt – nicht in der allgemeinen Theorie, sondern in der Praxis des jeweiligen Arbeitsfelds. Wer sein Feld in einem der Beiträge wiedererkennt, findet dort Anknüpfungspunkte für die eigene Situation.

Das gilt besonders für Träger, die Supervision oder Coaching für ein bestimmtes Arbeitsfeld beauftragen wollen und vorab einschätzen möchten, ob eine Supervisor:in die fachlichen Besonderheiten dieses Feldes tatsächlich kennt – ein wichtiger Unterschied zu allgemein gehaltenen Beratungsangeboten ohne Feldbezug.

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