Viele Menschen, die zum ersten Mal eine Supervision buchen, kommen mit einer stillen Frage: Was wird da eigentlich von mir erwartet? Manche haben das Gefühl, sie sollten ein Problem präzise benennen können, bevor sie überhaupt ankommen. Andere fragen sich, ob sie genug mitbringen – oder ob das, was sie beschäftigt, „schwerwiegend genug“ ist. Diese Unsicherheit ist verständlich, aber unnötig. Die erste Sitzung ist dafür da, Klarheit zu schaffen – auch darüber, was Supervision überhaupt ist und was nicht.
Der Ablauf einer ersten Sitzung
Eine erste Supervisionssitzung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Sie beginnt nicht mit einer Agenda und nicht mit einem Formular. Wir starten mit einem einfachen Einstieg: Wie sind Sie auf Supervision gestoßen? Was hat Sie bewogen, jetzt einen Termin zu machen? Diese Fragen sind keine Prüfung – sie geben uns Orientierung und Ihnen die Möglichkeit, anzukommen.
Im Gespräch entsteht dann nach und nach ein Bild: Was beschäftigt Sie? In welchem beruflichen Kontext bewegen Sie sich? Was haben Sie bisher versucht? Wir hören zu, fragen nach, spiegeln – ohne vorschnell zu deuten oder Ratschläge zu geben. Gegen Ende der Sitzung halten wir gemeinsam fest, was das Gespräch ergeben hat, und besprechen, ob und wie es weitergehen soll.
Was Sie mitbringen können – und was nicht nötig ist
Sie brauchen keine Vorbereitung im klassischen Sinn. Kein Protokoll, keine Zusammenfassung, keine Diagnose Ihrer Lage. Es reicht, zu kommen – und bereit zu sein, über das zu sprechen, was Sie beschäftigt. Das kann konkret sein: ein Konflikt mit einer Führungskraft, eine Situation mit einer Klientin, ein Team, das nicht mehr funktioniert. Es kann aber auch vage sein: das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, ohne dass man genau sagen könnte, was.
Beides ist ein valider Ausgangspunkt. Supervision setzt nicht voraus, dass Sie Ihr Anliegen bereits sortiert haben. Genau das – das Sortieren – ist Teil der Arbeit.
Vertraulichkeit: Was im Raum bleibt
Was in einer Supervisionssitzung gesprochen wird, bleibt vertraulich. Wir geben nichts weiter – nicht an Arbeitgeber, nicht an Kolleg:innen, nicht an Dritte. Diese Vertraulichkeit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine professionelle Grundbedingung, die wir als DGSv-zertifizierte Supervisoren ernst nehmen.
Das gilt auch dann, wenn Supervision im Auftrag eines Trägers oder einer Institution stattfindet: Was Sie erzählen, bleibt zwischen Ihnen und uns. Rückmeldungen an den Auftraggeber – etwa ob Termine wahrgenommen wurden – werden vorab besprochen und gemeinsam vereinbart. Nichts davon passiert ohne Ihr Wissen.
Was in einer Supervisionssitzung nicht passiert
Supervision ist kein Coaching mit Hausaufgaben. Sie werden nach der Sitzung keine Liste mit Maßnahmen erhalten, die Sie bis zum nächsten Termin abarbeiten sollen. Es gibt keine vorgefertigten Methoden, die auf Ihr Anliegen angewendet werden, bevor wir verstanden haben, was dieses Anliegen überhaupt ist.
Supervision ist auch keine Therapie. Sie arbeitet mit Ihrem beruflichen Handeln, Ihrer Rolle und Ihrem professionellen Kontext – nicht mit Ihrem Privatleben oder Ihrer Biographie, es sei denn, Sie selbst öffnen diesen Raum. Und sie ist keine Beurteilung: Wir bewerten nicht, ob Sie Ihre Arbeit richtig machen. Wir helfen Ihnen, das selbst herauszufinden.
Wie es nach der ersten Sitzung weitergeht
Am Ende der ersten Sitzung besprechen wir gemeinsam, ob Supervision für Sie das richtige Format ist – und wenn ja, in welchem Rhythmus und Rahmen. Manche Klient:innen kommen monatlich, andere alle sechs Wochen; manche begleiten wir über einen längeren Prozess, andere suchen gezielt für eine abgrenzbare Situation Unterstützung. Es gibt kein Standardmodell, das wir Ihnen vorschlagen. Die Form folgt dem Anliegen.
Es ist auch möglich, dass die erste Sitzung zeigt, dass ein anderes Format besser passt – Coaching statt Supervision, oder eine Teamsupervision statt Einzelberatung. Das benennen wir offen, weil es uns um das geht, was Ihnen tatsächlich nützt.
Fazit
Die erste Supervisionssitzung ist kein Test und keine Therapiestunde. Sie ist ein Arbeitsgespräch, das mit dem beginnt, was Sie mitbringen – und von dort aus seinen eigenen Weg nimmt. Wenn Sie unsicher sind, ob das für Sie das Richtige ist: Genau dafür ist dieses erste Gespräch da. Buchen Sie einen Termin – das Kennenlernen ist unverbindlich, und es entscheidet sich nichts Endgültiges.
Einen ersten Termin bei kantaa – gut beraten können Sie direkt über unsere Terminbuchung vereinbaren – oder schreiben Sie uns über das Kennenlerngespräch, wenn Sie erst kurz sprechen möchten.
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